06/27/2013 08:18

Projekt Mars One

Category: Wissen

Pionierreise ohne Rückfahrkarte.

Die NASA hält sich mit ihren ehrgeizigen Weltraumplänen eher noch zurück – aus finanziellen Gründen. Private Initiativen dagegen zeigen, dass Flüge ins All, auch über die unmittelbare Umgebung der Erde hinaus, zumindest technisch auf dem heutigen Wissensstand bereits machbar sind. Bei Mars One handelt es sich um eine privat finanzierte niederländische Stiftung, die bis zum Jahr 2023, also in nur zehn Jahren, eine erste Gruppe von Siedlern zum Mars bringen will. Man muss kein Millionär sein, um sich für diese Reise registrieren zu lassen. Die Stiftung ist nicht profitorientiert, und die Registrierungsgebühr beträgt je nach Heimatland des Bewerbers zwischen 5 und 73 Dollar. Aber es wird eine Reise ohne Rückfahrkarte sein. Nach Auskunft der Organisatoren von Mars One wäre ein Mensch nach der langen Reise zum Mars und wieder zurück nicht mehr in der Lage, körperlich mit den Schwerkraftverhältnissen auf der Erde klarzukommen. Die geringere Anziehungskraft des Mars hingegen wäre für ihn erträglich. Es soll auch der Sinn der Sache sein, eine erste menschliche Kolonie von Siedlern auf dem Mars aufzubauen, ähnlich wie vor 400 Jahren die Pilgerväter die neue Welt in Amerika eroberten, und die Siedler müssen bereit sein, den Rest ihres Lebens auf dem Mars zu verbringen. Die Marssiedler sollen in kugelförmigen Appartements wohnen und sich mit Hilfe von Gewächshäusern selbst mit Nahrung versorgen können.

Rund 78.000 Bewerber sollen sich schon für die Reise ohne Rückfahrkarte gemeldet haben. Noch ist es unklar, ob das höchst umstrittene Projekt je realisiert wird. Für die erheblichen Kosten in Höhe von rund 6 Milliarden Dollar sucht die Stiftung noch nach Geldquellen. Der größte Teil der finanziellen Mittel soll durch Vermarktung des Siedlungsprojekts – vom Training auf der Erde bis zum Mars-Alltag – in Live-Reality- Shows im Fernsehen aufgebracht werden. Es soll aber kein neues „Big Brother“ auf dem Mars daraus werden, sondern die wissenschaftlichen Aspekte der Mission sollen bei der Berichterstattung im Vordergrund stehen. Eile ist geboten, denn bereits 2016 soll das erste Versorgungsschiff zum Mars starten, um notwendige Ausrüstung, zum Beispiel Solarpanels, zum roten Planeten zu bringen. Weitere unbemannte Missionen sollen die ersten Wohneinheiten, Überlebensmodule usw. auf dem Mars absetzen. 2023 sollen dann nach einjährigem Flug die ersten vier Siedler eintreffen. Nachfolgend sollen jedes Jahr vier weitere Menschen die Kolonie verstärken. Es können also keinesfalls alle Bewerber zum Mars fliegen. Die Kandidaten sollen im Rahmen der TV-Shows per Zuschauervotum bestimmt werden.

Es bleibt zu hoffen, dass die Zuschauer auf der Erde nicht mit Google-Brillen ausgestattet sein müssen, um die Übertragung überhaupt wahrnehmen zu können…

Quelle: Matrix3000 Band 76