06/27/2013 08:30

Wiederbelebung eines ausgestorbenen Frosches

Category: Wissen

Rheobatrachus silus, der südliche Magenbrüterfrosch, war im südlichen Queensland heimisch. Die Art wurde erst 1972 entdeckt und erstmals wissenschaftlich beschrieben. Schon seit 1979 konnte der Frosch in freier Wildbahn nicht mehr beobachtet werden. Das letzte Exemplar in Gefangenschaft starb 1984. Jetzt gelang es, aus erhaltenem Zellmaterial Embryonen dieser Froschart zu klonen.

Bis vor kurzem war die Wiederbelebung einer ausgestorbenen Gattung noch eine Domäne der SciFi. Ab jetzt ist es Realität. Wissenschaftler in Australien haben einen lebenden Embryo eines Frosches der Gattung Rheobatrachus silus erzeugt. Der letzte Vertreter dieser Art ist vor rund 30 Jahren ausgestorben. Das Experiment wurde von der Gruppe von Prof. Mike Archer, University of New South Wales, durchgeführt. Zuerst wurden aus dem noch vorhandenen Gewebe des ausgestorbenen Frosches einzelne Zellen isoliert. Denen entnahm man dann Zellkerne mit DNA. Diese wiederum wurden auf Eizellen eines Frosches der Gattung Mixophyes fasciolatus übertragen. Am schwersten war die Übertragung des toten Zellkernes in die lebende Eizelle. Es ging darum, diese Zelle nicht zu beschädigen, damit sie nicht abstarb. Das Experiment gelang zwar, aber nach ca. 36 Stunden hörten die Embryonen auf, sich weiter zu entwickeln. Prof. Michael Mahony von der University of Newcastle sagt, dass die Wissenschaftler zurzeit hauptsächlich an dem Problem arbeiten, wie man erwachsene Frösche aus den Embryonen züchten kann.

Erstaunlich, dass man in diesem Gebiet die Forschungserkenntnisse der Wellengenetik aus Moskau nicht berücksichtigt. Über die dortigen Arbeiten von Prof. Garjajev haben Grazyna Fosar und Franz Bludorf ausführlich in ihrem Buch „Der Geist hat keine Firewall“ berichtet. Prof. Mahony sagt, das Hauptziel aller dieser Arbeiten sei nicht die Züchtung längst ausgestorbener Arten, sondern vor allem eine neue Methode zur Rettung jetzt noch lebender Tiere, deren Bestand in der Existenz bedroht ist. Man will ihr genetisches Material aufbewahren können, um sie später der Natur zurückzugeben.

Der Mensch hat den Tieren mit der Entwicklung seiner Zivilisation gefährliche Lebensbedingungen verschafft. Jetzt sucht er nach künstlichen Methoden, um die wunderbare Welt der Tiere zu retten. Ein Fortschritt, aber traurig ist es schon.

Quelle: Matrix3000 Band 76