08/25/2011 09:36

Rätselhafte Etrusker

Category: Wurzeln
By: Thomas Ritter

Etruskische Wandmalerei, ca 500 v. Chr. (Bild: Wikipedia)

Kam der Kulturbringer Tages aus Indien?

Die Völker des mediterranen Raumes sahen in den Etruskern Fremde. Tatsächlich hat sich unter den bekannten Sprachen aus historischer Zeit bisher noch keine gefunden, die mit dem Etruskischen verwandt ist. Die Herkunft des etruskischen Volkes beschäftigte bereits die Historiker der Antike. Dies nimmt nicht Wunder, denn die Etrusker besaßen über mehrere Jahrhunderte hinweg auf der italienischen Halbinsel und im Mittelmeerraum beträchtlichen Einfluss. Außerdem spielten sie auch für das später so mächtige Rom eine wesentliche Rolle bei dessen Gründung und bei der Vermittlung der hellenistischen Kultur.

Herrschaft der Seeräuber

Die offizielle Geschichtsschreibung geht davon aus, dass ab 900 v. Chr. die Etrusker wahrscheinlich aus Kleinasien in das Gebiet des heutigen Italien einwanderten. Sie unterwarfen nach und nach die Regionen an den Flüssen Tiber und Arno. Als ihr Hauptsiedlungsgebiet wählten sie die an Erzen reiche Toskana. Um 600 v. Chr. dann gründeten zwölf etruskische Städte einen Bund nach dem Vorbild des kleinasiatischen Ionien. Bereits im Laufe des 6. Jahrhunderts dehnten die Etrusker ihre Macht nach Norden bis in die Po-Ebene hinein und nach Süden über Rom hinaus bis nach Latium und Campanien aus. Von ihrer mächtigen Stadt Felsina, dem heutigen Bologna, aus entwickelte sich ein lebhafter Landhandel nach Mittel- und Nordeuropa. Um 540 v. Chr. errangen die Etrusker gemeinsam mit den verbündeten Karthagern einen Seesieg über die griechische Flotte und versetzten damit den ionischen Handelskonkurrenten einen empfindlichen Schlag. Nach dieser Schlacht bei Alalia war die Seeherrschaft der Etrusker im nordwestlichen Mittelmeer gesichert. Die etruskischen Stadtstaaten gelangten neben dem Metallhandel nun auch durch einen weitestgehend ungestörten Seehandel zu Reichtum. In der griechischen Überlieferung galten die Etrusker seither auch als berüchtigte Seeräuber. Bei der Gründung der Stadt Rom spielten die Etrusker ebenfalls eine nicht unbedeutende Rolle und stellten dort später auch einige der Könige, von denen der letzte Tarquinius Superbus war. Im 5. Jahrhundert v. Chr. verfiel die etruskische Macht nach dem Sturz der Tarquinier in Rom und der Seeschlacht von Cumae (Kyme), in der die Etrusker durch eine Flotte des griechischen Syrakus geschlagen wurden. Im Jahr 396 v. Chr. wurde der 20 km von Rom entfernte Stadtstaat Veji von den Römern eingenommen. Von Norden her bedrängten einfallende Kelten die Etrusker in der Po-Ebene.

Es bestand wohl zu keiner Zeit ein Etruskerreich mit einem geschlossenen Staatswesen. Die Etrusker besaßen in Italien aber durch wechselnde Städtebündnisse eine Vormachtstellung. Ihre Städte wurden durch Könige regiert, später übten adlige Wahlbeamte einen starken Einfluss aus.

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Quelle: Matrix3000 Band 65

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