12/22/2014 08:54

Marshall-Insel „Under the Dome“

Category: Politik

Im deutschen Fernsehen lief gerade vor kurzem die zweite Staffel der Science-Fiction-Serie „Under the Dome“. Darin wird das Schicksal der Bewohner einer amerikanischen Kleinstadt erzählt, die von einem Tag auf den anderen mit ihrer ganzen Stadt unter einer mysteriösen Glaskuppel eingesperrt sind, unfähig, mit der Außenwelt Kontakt aufzunehmen. Die wenigsten Menschen dürften sich darüber im Klaren sein, dass es solche Orte auf der Erde tatsächlich gibt!

Einer ist das kleine Südseeatoll Enewetak, das politisch zur Republik der Marshall-Inseln gehört. Zwischen 1948 und 1977 haben die USA von ihren insgesamt 105 Kernwaffen-Testexplosionen allein 43 auf diesem Atoll durchgeführt, das aus einer großen Anzahl nicht zusammenhängender kleinster Inselchen besteht. Eine davon – Elugelab – wurde 1952 bei der ersten Zündung einer Wasserstoffbombe vollständig zerstört. Nach Abschluss der Kernwaffenversuche bemühten sich die USA zwischen 1977 und 1980 darum, das Atoll von den gefährlichen radioaktiven Abfällen zu reinigen. Nicht immer war das möglich. Als Endlager für die Abfälle wurde ein Krater mit einem Durchmesser von ca. 1 km auf der Insel Runit gewählt, der bei der Explosion der 15-Kilotonnen-Bombe „Cactus“ entstanden war. Mit der Zeit verklappte man in diesem Krater rund 85.000 Kubikmeter radioaktiven Abfall, den man anschließend mit einer Kuppel, dem sogenannten „Cactus Dome“ zudeckte. Die Kosten für Bau und Betrieb der Kuppel sollen rund 239 Millionen Dollar gekostet haben. Wie das Energieministerium von Nevada mitteilte, sollen auf diese Weise die restlichen Inseln des Atolls für die nach dem zweiten Weltkrieg deportierte Bevölkerung wieder bewohnbar geworden sein. In direkter Nähe der Insel Runit soll allerdings die Strahlenbelastung noch immer so hoch sein, dass nur besonders Mutige bereit sein dürften, sich dort wieder anzusiedeln.

Quelle: Matrix3000 Band 85