12/22/2014 08:56

Makabres Ebola-Spiel macht Riesenumsätze

Category: Gesellschaft

Die Ebola-Epidemie, die seit Monaten in den Schlagzeilen ist, hat nicht nur bei vielen Menschen Ängste ausgelöst. Sie hat auch manch einem geholfen, hervorragende Profite zu machen. Und damit sind ausnahmsweise einmal nicht fragwürdige Geschäftspraktiken der Pharmaindustrie gemeint. Es geht nämlich noch viel schlimmer.

Im Internet wird seit einiger Zeit ein Computerspiel mit Namen „Plague Inc.“ (zu Deutsch etwa: „Pest GmbH“) angeboten. Bei diesem Spiel, dessen menschenverachtende Geschmacklosigkeit wohl nicht mehr zu überbieten ist, erhält der Spieler die Kontrolle über ein gefährliches Virus, ein Bakterium oder einen Pilz. Seine Aufgabe ist es, das ihm anvertraute Biomaterial dahingehend mutieren zu lassen, dass es in kürzester Zeit möglichst viele Menschen tötet. Der Spieler gewinnt, wenn es ihm gelingt, mit seiner Biowaffe die Menschheit auszurotten. Wie üblich ist die Benutzeroberfläche realitätsnah und attraktiv gestaltet.

Auf einer farbigen Weltkarte kann der Spieler in Realzeit beobachten, wie sich die von ihm ausgelöste Pandemie ausbreitet. Und was das Erschreckendste ist: Seit dem Ebola-Ausbruch in Afrika wurde das Spiel um mehr als 50 Prozent häufiger heruntergeladen als zuvor. Mittlerweile wird es weltweit von 35 Millionen Spielern benutzt.

James Vaughan, der Erfinder des Spiels, der auf diese Weise das Elend Tausender noch zu Geld macht, versucht sich mit „Positiv- Aspekten“ herauszureden. Seiner Ansicht nach kann „Plague Inc.“ der Weltbevölkerung sogar nützen. Das Spiel helfe den Menschen zu verstehen, auf welche Weise sich Seuchen ausbreiten und wie man dies verhindern kann.

Quelle: Matrix3000 Band 85