04/30/2015 09:11

Skandalöse Geschäfte mit Kindern

Category: Politik

Der politische Zwang zu immer weiteren neoliberalen „Reformen“ hat auch vor der Betreuung notleidender Kinder nicht Halt gemacht. Um auch bei den chronisch überlasteten Jugendämtern Geld für Personal einsparen zu können, hat der Gesetzgeber es ermöglicht, die Pflichten der Behörden für die Betreuung von Kindern aus Problemfamilien an private „freie Jugendhilfeträger“ auszulagern. Gemäß der zum Dogma erhobenen These, dass die Privatwirtschaft „alles besser kann“ als der Staat, wurde damit sogar das Elend der Kinder zum lukrativen Geschäft gemacht. In einem Fernsehbeitrag der ARD schilderte ein Sozialarbeiter die skandalösen Zustände, wonach für die freien Träger, die in Eigenregie Kinderheime betreiben, tatsächlich allein der Profit und nicht das Kindeswohl im Vordergrund stehe. Der Beitrag spricht den genannten Privatfirmen überhaupt das Interesse an einer Verbesserung der Situation der Kinder ab. Im Gegenteil – jedes Kind, das wieder in normale menschenwürdige Verhältnisse zurückgeführt würde, würde eine Umsatzeinbuße für den Jugendhilfeträger darstellen.

Ein weiterer Skandal: Niemand prüft jemals, ob diese Träger für ihre verantwortungsvolle soziale Tätigkeit überhaupt qualifiziert sind. Die Autoren des Fernsehbeitrags förderten erschütternde Fakten über Einzelschicksale von Kindern in den privaten Heimen oder in Pflegefamilien zu Tage, an die sie von den freien Trägern vermittelt wurden – erneut ohne Prüfung, ob die Pflegeeltern überhaupt die notwendige Eignung aufweisen. Hauptsache, die Kasse stimmt. In vielen Fällen werden die Kinder vernachlässigt oder schikaniert. Besuchsmöglichkeiten durch die leiblichen Eltern werden verweigert. Den Kindern wird z. T. der Schulbesuch nicht gestattet, statt dessen werden sie zu Hilfsarbeiten herangezogen. Ein Heimleiter gab vor laufender Kamera zu, überhaupt keine Ausbildung als Kinderund Jugendtherapeut zu besitzen. Er habe dies nur fälschlicherweise behauptet, um in das Geschäft mit den Kindern einsteigen zu können. Dennoch erstellt der Mann weiterhin ungehindert psychologische „Gutachten“, auf deren Basis Gerichte über das Schicksal von Kindern entscheiden. Die „Ersparnis“ des Staates an qualifiziertem Personal in Jugendämtern sieht so aus, dass statt dessen diese dubiosen Privatfirmen aus Steuergeldern bezahlt werden. Ein lukratives Geschäft, für das die öffentliche Hand jährlich 4,4 Milliarden Euro aufwendet!

Quelle: Matrix3000 Band 87