06/26/2015 07:14

Skrupellose Geschäftemacherei mit „Obamacare“

Category: Gesundheit

Sie gilt als einer der wenigen wirklichen Erfolge von Obamas Präsidentschaft, und sie wird von den Ultraliberalisten und Ultrakonservativen der Republikaner geradezu fanatisch bekämpft: Die Gesundheitsreform, kurz „Obamacare“ genannt, die erste gesetzliche Krankenversicherung der USA für einkommensschwache Mitbürger.

Schon Bill Clinton hatte das Projekt auf seiner Agenda, konnte dafür aber damals noch keine Kongressmehrheit dafür gewinnen. Jetzt ist „Obamacare“ Wirklichkeit, und Barack Obama musste sogar ein Yolo-Selfie drehen (siehe Matrix3000 Band 87), um seiner Reformpolitik genügend Publicity zu verschaffen. Doch schon wird erkennbar, dass die öffentliche Gesundheitsfürsorge in den USA auch eine Kehrseite hat, nachdem die neuen Möglichkeiten auch allerlei skrupellose Geschäftemacher auf den Plan gerufen haben.

Ein Bericht des US Department of Health and Human Services hat schockierende Details über das Gesundheitsfürsorgeprogramm Medicaid bekanntgegeben. Danach werden auf Staatskosten gefährliche und verschreibungspflichtige Medikamente an Tausende von Kindern aus armen Familien oder an solche, die in Pflegefamilien leben, verordnet. Größtenteils ohne jede medizinische Indikation oder mit der seit Jahren gängigen Gummi-Diagnose „Hyperaktivität“ (ADHD). Dabei geht es keineswegs nur um das vielzitierte Ritalin, sondern auch um viel gefährlichere Medikamente, etwa Antipsychotika, wie sie normalerweise nur unter strenger Kontrolle in der Psychiatrie, etwa gegen Schizophrenie, eingesetzt werden dürfen.

Es handelt sich um eine reine Geschäftemacherei ohne jeglichen medizinischen Wert – leicht verdientes Geld, solange die öffentliche Hand anstandslos zahlt und die Betroffenen – die Unterschichtkinder – nicht reden. Die Schäden, die den Kindern dadurch zugefügt werden, sind immens: Paranoia, Feindseligkeit, Stimmungsschwankungen, Halluzinationen und sogar Suizidneigung können die Folge sein. Viele der Kinder erleiden zudem eine erhebliche Gewichtszunahme (bis zu 22 Pfund), Schlaflosigkeit und Ödeme an Händen und Füßen, Brustwachstum bei Jungen bis hin zu Herzstillstand oder Diabetes.

Normalerweise ist die Symptomatik, bei der solche Medikamente in der Pädiatrie (Kinderheilkunde) eingesetzt werden dürfen, sehr restriktiv begrenzt, doch in über 90% der untersuchten Fälle war bei den betroffenen Kindern eine solche Indikation überhaupt nicht gegeben. Statt dessen wurden die chemischen Psychobomben selbst in Fällen von frühkindlichem Autismus bei unter Fünfjährigen eingesetzt, mit dubiosen Begründungen, die die US-Arzneimittelbehörde FDA offenbar akzeptiert hatte.

Quelle: Matrix3000 Band 88

Matrix3000 Band 88 als E-Paper-Download