12/16/2015 12:50

US-Drohnenkrieg fördert Terrorismus

Category: Politik

Eine unbemannte Kampfdrohne hebt vom Flugzeugträger George H. W. Bush ab

Die Terrorangriffe in Paris und die wachsende Terrorangst in den europäischen Ländern suggerieren. die westlichen Staaten würden „aus heiterem Himmel“ und „unschuldigerweise“ von derartigen Anschlägen getroffen. Das trifft natürlich auf die zahlreichen zivilen Opfer auch zu - stimmt es aber auch für die verantwortlichen Politiker? Vier ehemalige US-Air-Force- Offiziere haben sich nach den Ereignissen von Paris in einem offenen Brief an Präsident Obama gewendet. Darin bezeichneten sie den Drohnenkrieg, wie ihn gerade Obama während seiner Präsidentschaft forcierte, als „eine der verheerendsten Triebkräfte des Terrorismus.“

Bei den zahllosen Drohnenangriffen in Ländern wie Afghanistan, dem Irak und anderen Krisenregionen werde regelmäßig eine große Anzahl unschuldiger Zivilisten getötet. Dies tut die US-Armeeführung als „Kollateralschäden“ ab, die man eben zugunsten der eigenen Kriegsziele in Kauf nehmen müsse. Bei der lokalen Bevölkerung befeuern solche Vorfälle jedoch Hassgefühle, so die Ex-Offiziere, wodurch den Terrornetzwerken erst neue Sympathisanten zulaufen würden.

Einer der Unterzeichner, Brandon Bryant, war selbst Drohnenpilot. Fünf Jahre lang saß er in Sicherheit vor seinem Monitor in den USA und tötete per Fernsteuerung Dutzende von Menschen, bis er eines Tages nicht mehr mitmachen konnte und seinen Abschied nahm.

Da er anschließend mit seinen Erfahrungen an die Öffentlichkeit ging, geriet er selbst ins Fadenkreuz amerikanischer Strafverfolger. Seither ist der Whistleblower auf der Flucht. Er erwägt, in einem europäischen Land um politisches Asyl zu ersuchen.

Der Brief zitiert Bryants Aussage: “Jeder Einzelne von uns entwickelte eine posttraumatische Belastungsstörung, als die Schuld zu groß wurde”, Sie seien mit ihrer Rolle beim “systematischen Zerstören unschuldiger Leben” nicht klargekommen. “Aber die Regierung, der wir so viel gegeben hatten, ließ uns fallen.”

Über die Attentäter von Paris sagte Bryant: „Wir müssen verhindern, dass solche Menschen geschaffen werden.“ Leider habe die US-Regierung die Öffentlichkeit über Jahre permanent belogen, was die Effektivität des Drohnenprogramms betrifft. Auch die Anzahl der zivilen Opfer sei erheblich heruntergespielt worden. „Wir können Tragödien wie den Anschlägen von Paris nicht einfach schweigend zusehen, während wir die verheerenden Effekte kennen, die das Drohnenprogramm hat.“, heißt es in dem offenen Brief weiter.

Den Aussagen der Offiziere zufolge spielt der deutsche US-Militärstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz als einer der Schwerpunkte des US-Drohnenkrieges eine entscheidende Rolle.

Quelle: Matrix3000 Band 91

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