12/17/2015 10:33

Das Flüchtlings-Trauma

Category: Gesundheit
By: Deutsche Gesellschaft für psychosomatische Medizin

Herausforderung für Ärzte und Psychologen

Umfragen haben ergeben - die große Mehrheit der Deutschen ist nicht von den zunehmendenFlüchtlingsströmen genervt, sondern davon, wie die Politik mit ihnen umgeht. Die unsägliche Art und Weise, wie Bundes- und Landespolitiker sich mit täglich wechselnden populistischen Stammtisch-Sprüchen überbieten, die keiner juristischen Überprüfung standhalten, die Peinlichkeit des „Good Cop, bad Cop“-Gehabes, das Angela Merkel und ihr Innenminister Thomas de Maizière im Wochentakt aufführen - das sind die Hauptgründe, die den Wähler veranlassen, sich von den etablierten Parteien abzuwenden.

Worüber die Rechtspopulisten uns hinwegtäuschen - die meisten Flüchtlinge haben nicht zum Spaß ihre Heimat verlassen oder um sich auf Kosten der Deutschen auf die faule Haut zu legen. In ihrer Heimat hatten sie die Wahl, ob sie lieber durch Assads Fassbomben sterben, sich vom Islamischen Staat den Kopf abschlagen oder von den „gemäßigten“ Rebellen auf öffentlichen Plätzen in Käfige sperren lassen wollten. Die Genfer Konvention garantiert politisch Verfolgten Asyl, und zwar unabhängig davon, ob außer ihnen noch tausend andere verfolgt werden. „Obergrenzen“ kann und darf es nicht geben. Das weiß auch Horst Seehofer, doch der zieht es vor, die Stammtische seiner Bajuwaren mit „gesundem Volksempfinden“ zu bedienen. Experten, zum Beispiel von der Deutschen Gesellschaft für psychosomatische Medizin (DGPM), warnen davor, was in der aufgeheizten Debatte um Kontingente und Grenzzäune offenbar kein Thema mehr ist: Mindestens die Hälfte der Flüchtlinge ist zutiefst traumatisiert und bedarf dringend professioneller Hilfe. Spätestens dann, wenn sie hier bei uns zu arbeiten beginnen und am Arbeitsplatz dem ersten Deutschen begegnen, brechen diese Traumata in der Regel wieder durch. Sind deutsche Ärzte und Therapeuten überhaupt darauf vorbereitet? Ein Bericht der DGPM.

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