12/17/2015 15:27

Der EmDrive funktioniert doch!

Category: Wissen

EM Drive

Es ist eine unendliche Geschichte, die der britische Wissenschaftler Roger Shawyer zu erzählen hat. Dabei fing es mit einer höchst bemerkenswerten Erfindung an: Einer neuartigen Antriebstechnologie – dem EmDrive.

Es handelt sich um ein Mikrowellen- Hohlraumstrahler- Triebwerk. Das Prinzip basiert auf der speziellen Relativitätstheorie. Es braucht keinen Treibstoff, sondern wandelt die vorhandene elektromagnetische Energie der Umgebung direkt in Antriebsenergie um.

Am Anfang stand die Konfrontation. Einerseits publizierte der New Scientist Shawyers Forschungsergebnisse, andererseits erntete er in der Fachwelt nur Hohn und Spott. Seine Erfindung könne nicht funktionieren, denn sie verletze das Gesetz der Impulserhaltung, so hieß es. Um ein Triebwerk nach vorn zu treiben, müsse zum Ausgleich hinten etwas gleich Starkes ausgestoßen werden, was den Rückstoß verursacht, also die Verbrennungsgase eines Treibstoffs.

Angesichts der Tatsache, dass die Relativitätstheorie schon über 100 Jahre alt und akzeptiert ist, ein ziemlich konservativer Standpunkt. Die Kontroverse blieb. Einerseits bestätigte der Flugzeughersteller Boeing, der sich eigentlich mit Triebwerken auskennen sollte, die Funktionsfähigkeit des EmDrive und erklärte seine Bereitschaft, eine Lizenz zu erwerben. Inzwischen hat sogar die NASA im Johnson Space Flight Center Vakuum- Tests durchgeführt und die Ergebnisse publiziert. Ihre Aussage ist eindeutig: Der EmDrive funktioniert (obwohl sie im Grunde nicht genau wissen warum). Welche Referenzen braucht die Technologie eigentlich noch? Damit könnte man – so die NASA – eines Tages Mister Spocks Warp-Antrieb realisieren.

Noch wichtiger: EmDrives würden es erlauben, Satelliten mit riesigen Sonnensegeln billig in den Orbit zu schicken, die uns mit kostenlosem Strom von der Sonne versorgen. Bisher scheiterten solche Projekte hauptsächlich daran, dass Weltraumfahrt einfach zu teuer ist, um wirtschaftlich zu sein. Andererseits wechselte bei den Satellitenherstellern wie auch in der Fachwelt (die vermutlich auf den Gehaltslisten der ersteren steht) die Haltung lediglich von Spott zu Desinteresse. Shawyer kennt auch den Grund: „Die Weltraumindustrie will davon nichts wissen, weil es für sie sehr störend ist. Wenn der Kunde Hunderte Millionen Dollar ausgibt, um einen Satelliten zu starten, warum sollte man etwas tun wollen, was das Ganze billiger machen würde?“

[Anm. d. Red.: Wir stellen diese Meldung absichtlich derjenigen über KIC 8462852 gegenüber- siehe Link unten. Vielleicht ist eine ähnliche Technologie dort längst im Einsatz – seit mindestens 1500 Jahren! Wer sich fragt, warum wir im Vergleich dazu noch so rückständig sind, der sollte Roger Shawyers resignierenden Kommentar nochmals lesen!]

Quelle: Matrix3000 Band 91