12/17/2015 15:49

Gesunde Ernährung kann Darmkrebs nicht sicher vermeiden

Category: Gesundheit

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Vor Kurzem ging es durch Presse und Medien: Nicht nur der Verzehr von rotem Fleisch (Rind und Schwein), sondern jeglichen Fleisches (auch Geflügel) sei potenziell krebserregend. Was man als implizite Aufforderung zum Vegetarismus verstehen kann, ist in Wahrheit eine gefährliche Vereinfachung, die Menschen, die glauben, sich gesund zu ernähren, dazu verleiten könnte, sich sicher zu fühlen. Hierzu eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS):

Der Verzehr von rotem Fleisch und Wurstwaren ist nur eines von fünf bekannten Lebensstilrisiken für den Darmkrebs. Viele Tumore sind genetisch bedingt und deshalb auch bei einer gesunden Ernährung nicht sicher vermeidbar.

Die beste Vorsorge bleibt, nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), die regelmäßige Darmspiegelung. Mit der Darmkrebsvorsorge lässt sich das individuelle Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, um bis zu 80 Prozent senken, betont die DGVS.

Mehr als 62 000 Menschen erkranken in Deutschland an Darmkrebs, und fast die Hälfte stirbt daran. Ein ungesunder Lebensstil gilt als wichtiger Auslöser.

Neben den jetzt von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als krebserregend eingestuften roten Fleisch- und Wurstwaren gehören auch übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel zu den anerkannten Risikofaktoren. „Aber selbst das Meiden aller fünf bekannten Risiken kann das Darmkrebsrisiko allenfalls um ein Viertel senken“, erklärt DGVS-Mediensprecher Professor Dr. med. Christian Trautwein, Direktor der Medizinischen Klinik III am Universitätsklinikum Aachen. Denn viele Ernährungsund Umweltrisiken sind noch nicht bekannt. Zudem haben etwa ein Viertel aller Darmkrebspatienten ein erhöhtes Risiko aufgrund ihrer Erbanlagen.

Darmkrebs ist eine Folge von Mutationen in den Darmzellen. Zunächst entwickeln sich Darmpolypen, aus denen dann über mehrere Jahre ein Darmkrebs entstehen kann. Diese lange Entwicklungszeit bietet gute Chancen, den Krebs in einem früheren Stadium zu entdecken oder durch die Entfernung der Polypen gänzlich zu vermeiden.

Wichtig ist deshalb die Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge, betont die DGVS. Alle Krankenversicherten können ab dem 50. Lebensjahr jährlich kostenlos Stuhlproben auf Blutspuren untersuchen lassen, die von vielen Tumoren freigesetzt werden. Ab dem 55. Lebensjahr besteht Anspruch auf eine Darmspiegelung, die aufgrund der langsamen Darmkrebsentwicklung nur alle zehn Jahre wiederholt werden muss. Menschen mit einem sehr hohen Darmkrebsrisiko sollten jedoch bereits mit Anfang 40 mit dem Screening beginnen.

Quelle: DGVS

Quelle: Matrix3000 Band 91