12/17/2015 15:53

Das Geheimnis langen Lebens

Category: Gesundheit

Russischer Forscher macht spektakuläre Entdeckung

Der Chemiker Anatoli Brouchkov ist Direktor des Instituts für Geokryologie an der Universität Moskau. Doch seine Entdeckung, die in letzter Zeit durch die Presse geht, ist eher im Bereich der Medizin angesiedelt. Professour Brouchkov behauptet, das Geheimnis der Lebensverlängerung entdeckt zu haben.

Der Forscher untersuchte Bakterien mit dem schmucklosen Namen Bacillus F, die im russischen Permafrostboden 3,5 Millionen Jahre am Leben geblieben sind. Anatoli Brouchkov zog daraus den spekulativen Schluss, dass „nicht alles altern muss.“ Auf der Suche nach Erklärungen für die spektakuläre Langlebigkeit der Bazillen führte er Experimente durch, injizierte die Bakterien in Mäuse, Fruchtfliegen und Pflanzen sowie in menschliche Blutzellen.

Die Ergebnisse waren tatsächlich frappierend. Alle seine Testorganismen zeigten ausgeprägte Langlebigkeit, ohne dass Brouchkov in der Lage gewesen wäre zu erklären, wie dies zustande kam. Hatten die Bakterien womöglich, ähnlich wie ein Virus, die DNA des Wirtskörpers modifiziert und dabei ein Langlebigkeits-Gen auf ihn übertragen? Manche Wissenschaftler bescheinigen dem „Bacillus F“ eine bemerkenswerte Fähigkeit zur Zellregeneration.

Anatoli Brouchkov ist jedoch vorsichtig mit dem Ziehen voreiliger Schlüsse. Seine Experimente seien eher Stichproben gewesen und würden derzeit noch nicht ausreichend wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, so der Forscher. Dennoch blieb er von seiner mutmaßlichen Entdeckung geradezu besessen. So sehr, dass er sogar an sich einen Selbstversuch unternahm. Ob er dadurch länger leben würde, könnte man natürlich frühestens nach seinem Tod feststellen. Doch schon jetzt bemerkte Brouchkov an sich Veränderungen, die ihn faszinieren. Dass er dadurch „Superkräfte“ wie Batman oder andere Helden von Comicbüchern entwickelt hätte, ist zwar eine auflagensteigernde Übertreibung der Boulevardpresse gewesen. Immerhin, so die eigene Aussage des Wissenschaftlers in einem Interview der „Siberian Times“, sei er schon seit zwei Jahren nicht mehr an Grippe erkrankt und könne auch wesentlich länger arbeiten, ohne müde zu werden. Um nachzuweisen, dass dieser Zuwachs an Lebenskraft und Immunabwehr auf die Bakterien zurückzuführen ist, fehlt es ihm allerdings an medizinischen Spezialausrüstungen.

Es ist viel zu früh, sein „Lebenselixier“ in großem Stil an Menschen zu erproben, so Anatoli Brouchkov weiter. Noch wisse er nichts über mögliche schädliche Nebenwirkungen der Bakterien, noch darüber, ob sie beim Menschen überhaupt lebensverlängernd wirken. Die Methode ist noch hochgradig experimentell. Worum es ihm ging, war es, der Wissenschaft einen Denkanstoß zu geben, um das bemerkenswerte Phänomen systematischer zu erforschen.

Nach Auskunft von Prof. Brouchkov finden sich die Bazillen nicht nur im sibirischen Permafrostboden, sondern gehen, sobald dieser auftaut, auch auf natürliche Weise ins Wasser über. Dies könnte erklären, so die Spekulation des Wissenschaftlers, warum die lokale Bevölkerung, z. B. das Volk der Jakuten, sich seit jeher durch außergewöhnliche Langlebigkeit auszeichnet. „Jetzt müssten klinische Experimente folgen“, so Brouchkov, „mit spezieller Ausrüstung und der Erhebung von Statistiken. Erst dann können wir mehr über diese Effekte sagen.“

Sein Kollege, der Epidemiologe Dr. Viktor Chernyavsky, wird da schon deutlicher. Er bezeichnet Brouchkovs Entdeckung als „wissenschaftliche Sensation“ und fährt dann fort: „Die Bakterien erzeugen über ihr ganzes Leben biologisch aktive Substanzen, die die Immunabwehr eines Wirtsorganismus aktivieren können.“

Quelle: Matrix3000 Band 91