12/16/2015 08:29

Das Kind, dessen Vater nie geboren wurde

Category: Mystery

Eigentlich ist es gar keine „paranormale“ Geschichte, doch sie klingt so unglaublich, dass sie in der Mystery-Rubrik wohl am besten aufgehoben ist.

Alles begann mit einem US-Ehepaar, das sich ein zweites Kind wünschte. Wie so oft, klappte es nicht. Sie entschieden sich dazu, sich in einer Spezialklinik mit Hilfe künstlicher Befruchtung helfen zu lassen. Die In-Vitro-Zeugung klappte, und neun Monate später konnte das freudestrahlende Paar seinen kleinen Sohn in die Arme schließen. Doch von da an begannen seltsame Dinge. Tests ergaben, dass die Blutgruppe des Kindes zu keinem der beiden Elternteile passte. Beide hatten die Gruppe A, das Kind jedoch AB, sagt Barry Starr vom Genetik-Institut der Stanford University.

Da ein „Seitensprung“ der Frau in einer Zeugungsklinik wohl auszuschließen war, war die erste Vermutung, dass die Klinik die Samenspenden durcheinandergebracht hatte.

Daher ließ das Ehepaar einen Vaterschaftstest durchführen. Eindeutiges Ergebnis: Der Ehemann war definitiv nicht der Vater. Also doch eine Verwechslung? Bei der einzigen In-Vitro-Fertilisation, die etwa gleichzeitig in der Klinik durchgeführt wurde, war der Vater ein Afroamerikaner. Seine Spende konnte nicht versehentlich verwendet worden sein. Nichts im Erscheinungsbild des Kindes wies auf die Möglichkeit eines dunkelhäutigen Vaters hin.

Auf Anraten des Anwalts des Ehepaares ließen sie nun den strengsten verfügbaren DNA-Test durchführen, der von der Firma 23andMe1 angeboten wird. Dieser Test bestätigte, dass der Ehemann zwar definitiv nicht der Vater, aber doch ein sehr naher Verwandter des Kindes sein musste.

Jetzt untersuchte Barry Starr erstmals den „Nicht-Vater“ genauer. Es ergab sich, dass er einen nie geborenen Zwillingsbruder in sich trug, dessen Entwicklung nie über das Stadium eines kleinen Zellhaufens hinausgegangen war. Solche Fälle ereignen sich nicht selten. Es war kein eineiiger Zwillingsbruder, der demzufolge ein ganz eigenes Genom hatte. Starr untersuchte eine Zellprobe des Embryos im Körper des Mannes - dieser unfertige Zellhaufen war tatsöchlich der biologische Vater des Kindes. Sein Genom hatte das seines später tatsächlich zur Welt gekommenen Bruders dominiert und daher die genetische Struktur seines Spermas zu 90% bestimmt. Der Mann selbst hingegen war - genetisch gesehen - nur der Onkel des Kindes.

Genaugenommen ist das Kind eine Fusion zweier Väter, da der „Onkel“  zu seinem Genom auch 10% beigesteuert hatte. „Ziemlich cool.“, so der einzige Kommentar, der Barry Starr dazu einfiel...

Quelle: Matrix3000 Band 91