02/25/2016 10:13

Gluten-Unverträglichkeit kann viele Ursachen haben

Category: Gesundheit

Mehr und mehr Menschen leiden heutzutage an Unverträglichkeit von Gluten, einem Eiweißklebstoff, der in Getreide enthalten ist. Meist müssen diese Menschen bestimmte Brotsorten, insbesondere aus Weizenmehl, meiden, da sie ansonsten mit Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall und Verstopfung (auch abwechselnd) reagieren können.

Wie auf einer Fachtagung in Düsseldorf zur Sprache kam, muss nicht jede Unverträglichkeitsreaktion auf Weizenprodukte auf eine tatsächliche (manifeste) Gluten-Intoleranz zurückgehen. Die heutige Zunahme derartiger Unverträglichkeiten kann auch auf die Hochzüchtung der modernen Getreidesorten zurückzuführen sein, wodurch sich der natürliche Glutengehalt erhöhen kann. Bei der echten Weizenallergie bzw. der Zöliakie kann der Arzt mittels Darmspiegelung Veränderungen der Dünndarmschleimhaut feststellen. Im Blut lassen sich Antikörper gegen Weizeneiweiße nachweisen. Fehlen diese objektiv nachweisbaren Symptome, lassen sich die Beschwerden meist durch kurzfristiges Einhalten einer glutenfreien Diät vollständig beheben. Die Zöliakie hingegen ist weitaus schwerer und langwieriger zu behandeln, da sich in diesem Fall erst die Darmschleimhaut wieder regenerieren muss.

Gluten ist nicht der einzige Auslöser von Unverträglichkeitsreaktionen, die Bauchbeschwerden auslösen können. Weitere verdächtige Substanzen sind Amylase- Trypsin-Inhibitoren, die die Getreidepflanze zur Schädlingsabwehr produziert. Der menschliche Darm kann diese Substanz nicht abbauen, so dass es zu einer Immunreaktion kommen kann. Auch fermentierbare Kohlehydrate (zusammengefasst als „FODMAP“) können Blähungen und Durchfall auslösen. Heutige Ärzte sind daher mit Diagnosen wie „Zöliakie“ oder „Gluten-Intoleranz“ eher zurückhaltend.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin

Quelle: Matrix3000 Band 92

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