02/25/2016 10:16

Jod macht schlaue Babys

Category: Gesundheit

Schilddrüse

Der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner (BDN) empfiehlt Frauen mit Kinderwunsch dringend, noch vor der Zeugung des Kindes auf eine ausreichende Versorgung ihrer Schilddrüse mit Jod zu achten. Eventuell sollte auch die Schilddrüsenfunktion ärztlich untersucht werden.

Es zeigt sich, dass viele Frauen in Deutschland zu Beginn der Schwangerschaft unter Mangel an Schilddrüsenhormonen leiden. Zur Hormonproduktion benötigt die Schilddrüse bekanntlich Jod, und das kann vom Körper nur begrenzt gespeichert werden und muss daher regelmäßig mit der Nahrung oder mit Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden.

Während einer Schwangerschaft muss die werdende Mutter im Durchschnitt doppelt so viel Jod zu sich nehmen als andere Menschen. In der ersten Zeit muss sie sogar die Hormone für das Kind mitproduzieren. Später, wenn die Schilddrüse des Ungeborenen sich bereits gebildet hat, kann es zwar selbst Hormone bilden, bleibt aber auf das Jod angewiesen, das die Mutter mit ihrer Nahrung aufgenommen hat.

Jodmangel in der Schwangerschaft kann für das Kind lebenslange Folgen haben. In der Wachstumsphase des Kindes im Mutterleib gehört zu den Aufgaben der Schilddrüse auch die Entwicklung des Gehirns. Bekannt ist dies schon aus früheren Zeiten, in denen in ausgesprochenen Jodmangelgebieten, etwa in Oberbayern, überdurchschnittlich viele Fälle von angeborenem Kretinismus und anderen geistigen Behinderungen vorgekommen sind. Heute ist dies selten geworden, doch haben Untersuchungen ergeben, dass Kinder, die sich unter Jodmangel entwickeln mussten, später im Grundschulalter schwere Lernstörungen, insbesondere beim Lesen und beim Leseverständnis, entwickeln können. Kurz gesagt - wenn die Mutter nicht auf ausreichende Jodversorgung achtet, kostet das IQ-Punkte bei ihrem Kind.

Quelle: Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner

Quelle: Matrix3000 Band 92

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