04/28/2016 10:57

Was ist ein „Broken Arrow“?

Category: History

Fans von Navy CIS und ähnlichen Fernsehserien kennen diesen Begriff, der wörtlich übersetzt „zerbrochener Pfeil“ heißt. Im Militärjargon bedeutet er jedoch einen Zwischenfall, bei dem eine Nuklearwaffe verloren geht, gestohlen wird oder unbeabsichtigt detoniert. Erstaunlicherweise hat es solche Vorfälle, insbesondere während des Kalten Krieges, mehr als 30 Mal gegeben, in einer Zeit, als rund um die Uhr nuklear bestückte Bomber der US Air Force rund um die Erde patrouillierten.

1957 etwa warf ein B-36-Bomber versehentlich eine 42.000 Pfund schwere Wasserstoffbombe über New Mexico ab. Die konventionelle Sprengladung explodierte, tötete eine grasende Kuh und hinterließ einen etwa vier Meter großen Krater. Die nukleare Ladung zündete glücklicherweise nicht. Eine andere Fast-Katastrophe geschah 1961, als ein B-52-Bomber über North Carolina wegen eines Lecks im Treibstofftank explodierte. Dabei wurden zwei Mark-39-Wasserstoffbomben abgeworfen. Dass sie nicht detonierten, war nur einem einzigen Niedervolt-Schutzschalter zu verdanken.

Die größte nukleare Gefahr des Kalten Krieges ging weniger von der Politik aus als von der mangelnden Beherrschbarkeit der Technik - ein Phänomen, das ja auch aus dem Zivilverkehr bekannt ist. Es gab auch eine Reihe anderer Zwischenfälle, bei denen nuklear bestückte Flugzeuge und U-Boote spurlos verschwanden und nie gefunden wurden. Derartige Vorfälle wurden sowohl von den USA als auch von der Sowjetunion registriert.

Quelle: Matrix3000 Band 93

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