06/30/2016 07:31

Terrorziel Atomkraft?

Category: Politik
By: Franz Alt

Atomkraftwerk Tihange bei Lüttich (Belgien)

Wahre AKW-Probleme heruntergespielt • Wie die Anschläge von Brüssel instrumentalisiert wurden

Die Terroranschläge von Brüssel im März 2016 brachten ganz unvermutet Tatsachen ans Licht, die man vor der Bevölkerung bislang erfolgreich verheimlicht hatte: Im Hochsicherheitstrakt des belgischen Kernkraftwerks Doel soll jahrelang ein bekennender Anhänger des Islamischen Staats gearbeitet haben - und offenbar hatte es niemanden gestört. Dass die Gefahr eines Terroranschlags auf ein Atomkraftwerk nicht ausgeschlossen werden kann, ist weder neu noch umstritten. Weshalb aber lancierte man gerade jetzt derart schockierende Nachrichten an die Öffentlichkeit? Wollte man in der Bevölkerung die Bereitschaft wecken, weitere Antiterrorgesetze mit Einschränkungen von Bürgerrechten hinzunehmen?

Es gibt noch einen anderen Grund. Die neu entfachten Terrorängste sind ein hervorragendes Mittel, um von skandalösen Zuständen abzulenken, im Zusammenhang mit maroder AKW-Technik und Sicherheitsstandards, die den Namen nicht wert sind. Dennoch sind viele solcher Kraftwerke weiterhin ungehindert am Netz. Luxemburgs Premierminister warnte eindringlich, die veraltete Technik drohe eines Tages sein kleines Land „von der Landkarte zu wischen“.

Gleichzeitig plant die EU in ihren neuesten Strategiepapieren einen massiven Ausbau der Kernenergie, um ihre „technische Vorherrschaft im Nuklearsektor zu sichern.“ Da stören Meldungen über Kraftwerksmängel nur. Für deren bloße Feststellung gibt man den Betreibern großzügig zehn Jahre Zeit. Der bekannte Fernsehjournalist Franz Alt hat die Fakten zusammengetragen.

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