06/30/2016 08:02

Aphrodite auf Zypern

Category: Wurzeln
By: Frank Grondkowski

Geburt der Venus von Sandro Botticelli

Göttliche Erlebnisse - mythologische Erkenntnisse

Zypern, ein mediterranes und mystisches Bilderbuch, eingebettet in eine vielfältige Landschaft, zwischen dem Troodos- Massiv im Süden und dem Besparmak-Gebirge im Norden. Auf einer Fläche von ca. 9251 Quadratkilometern findet man Spuren einer 11.000 Jahre alten Geschichte der Besiedlung. Wann sie kamen, woher sie kamen oder gar wer sie waren, weiß heute niemand mehr. Jene Steinzeitjäger, die im 9. Jahrtausend vor Christus unter einem Felsüberhang an der Südküste der Akrotiri-Halbinsel ihr Lager aufschlugen.

Die bislang bescheidenen Erkenntnisse der Archäologie beschränken sich vor allem auf die „Küchenabfälle“ der Steinzeitmenschen. Die Insel verblüffte die Archäologen mit den rätselhaften Fundstätten, einer der ältesten Siedlungen der Weltgeschichte. Im Landesinneren, östlich von Limassol, liegt die älteste und mit ihren Rundmauern am besten erhaltene steinzeitliche Siedlung Zyperns, Chirokitia, die während zweier je 1.000 Jahre andauernder Phasen bewohnt war: von 7.000 bis 6.000 v.Chr. und von 4.500 bis 3.500 v.Chr. Warum die Einwohner zwischen der ersten und der zweiten Phase für 1.500 Jahre verschwanden, warum Chirokitia neu besiedelt und um 3.500 wiederum verlassen wurde, verblieb bisher im Dunkel der Geschichte.

Das Geheimnis um ihre Bewohner hält bis heute an, und nicht nur ihre Siedlungskultur will in kein archäologisches Konzept passen. Denn, ganz im Gegensatz zur sonst üblichen Bauweise viel später errichteter Anlagen im mesopotamischen und mediterranen Raum, ist Chirokitia nicht aus Lehmziegeln, sondern aus Steinen erbaut. Kunst und Kultur treten in einer schon fertig entwickelten Dorfkultur auf. Kann so der Beginn einer geschichtsträchtigen Odyssee, mit den unterschiedlichsten Besatzern und Herrschern, Göttern und Menschen über ein kleines, aber strategisch hervorragend gelegenes Inselreich tatsächlich datiert werden? Nein, denn Küchenabfälle und die verschiedenen Bauphasen sind hierfür nicht akzeptabel. Die verschiedenen Epochen hinterließen gesellschaftliche, politische und religiöse Hinterlassenschaften, welche in einer eindrucksvollen Art und Weise miteinander verschmelzen.

So kann man auf der Insel, welche geographisch zu Asien und politisch sowie kulturell jedoch meist zu Europa gezählt wird, Spuren der bewegten Vergangenheit finden. Die exponierte Lage im östlichen Mittelmeerraum, das Klima und die Landschaft könnten der Grund sein, warum hier die mythologische Heimat vieler Götter war und ist.

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