06/30/2016 11:07

„Nur für Weiße“

Category: Politik

Die „Neue Deutsche Welle“ der Ausländerfeindlichkeit und des Rassenhasses nimmt langsam hysterische Züge an, und sie betrifft längst nicht nur den beliebtesten Sündenbock für alles, die „Flüchtlinge“. Und so kommt es vor, dass man sich mitten im schönen Bayern zurückversetzt fühlt nach Alabama oder Texas, in der Zeit vor John F. Kennedy, als die Weißen noch „Massa“ genannt wurden und die Schwarzen noch „Neger“, jeder an dem ihm zustehenden Platz.

In Erding, etwa 36 km nordöstlich von München, geschah es, dass ein Busfahrer sich weigerte, einen Schwarzafrikaner als Fahrgast einsteigen zu lassen, und zwar mit der Bemerkung: „Dieser Bus ist nur für Weiße.“ Nachdem der Afrikaner sich nicht abweisen ließ, durfte er letztendlich doch einsteigen, wurde aber vom Busfahrer auf die hinteren Sitzreihen verwiesen. Die vorderen seien „für Weiße reserviert“.

Nicht alle übrigen Fahrgäste nahmen die rassistischen Ausfälle des Fahrers unwidersprochen hin. Eine Frau protestierte lauthals gegen die menschenverachtende Behandlung des Afrikaners. Doch auch das brachte den Fahrer nicht zur Vernunft - als die Frau ausstieg, rief er ihr hinterher, sie könne „ihren Affen gleich mitnehmen.“

Da der Vorfall von zahlreichen Personen beobachtet und bezeugt wurde, konnte die bayerische Justiz, die ja sonst auf dem rechten Auge ziemlich sehbehindert ist, nicht umhin, den Busfahrer zu einer Geldbuße zu verurteilen, die er auch akzeptierte und bezahlte. Der eigentliche Sinn und Zweck einer gerichtlichen Strafe - den Angeklagten zur Einsicht zu bringen - wurde jedoch nicht erreicht. Von der Presse befragt, fand der Mann nämlich nachträglich allerlei Beweggründe, weshalb er den Afrikaner als Fahrgast hätte ablehnen müssen. So sei z. B. eine telefonische Voranmeldung nötig gewesen, um in dem Bus mitfahren zu können. Außerdem - da er schließlich die Geldbuße bezahlt habe, habe er es nicht mehr nötig, sich weiter zu dem Vorfall zu äußern.

Quelle: Matrix3000 Band 94