06/30/2016 12:20

Tolkiens Märchenschloss ...in Bulgarien

Category: History

Einzigartig in der Architektur - die Verbindung von menschengemachtem Mauerwerk und natürlichen Felsformationen. Dadurch erinnert die bulgarische Festung Kaleto an die Märchenschlösser aus Tolkiens Fantasy-Romanen.

Es sieht aus wie eines der Märchenschlösser aus den Romanen von J. R. R. Tolkien über die Hobbits und den „Herrn der Ringe“. Und doch ist es keine Filmkulisse für den nächsten Fantasy-Film aus Hollywood, sondern tatsächlich echt.

Belogradtschik ist ein kleines Städtchen mit rund 5000 Einwohnern im nordwestlichen Bulgarien, etwa 180 Kilometer nordwestlich von Sofia. Dort ganz in der Nähe befindet sich die Festung Kaleto, eine der besterhaltenen militärischen Befestigungsanlagen des Landes. Einmalig ist die Verbindung zwischen menschengemachter Architektur und natürlichen Felsformationen, was den märchenhaften Charakter des imposanten Bauwerks verstärkt.

Nur die nördlichen und südlichen Befestigungsmauern wurden wirklich von Menschenhand errichtet. Die übrigen Mauern sind natürliche Felsen.

Die ältesten Bauabschnitte gehen bereits auf eine Befestigungsanlage aus der Römerzeit zurück. Als das Land von den Bulgaren erobert wurde, erweiterte im 14. Jh. Zar Ivan Vidin das Bauwerk. Nur hundert Jahre später fiel Kaleto den Türken in die Hände, die von dort aus Volksaufstände und Rebellionen der ortsansässigen Bevölkerung niederschlugen.

Bis ins 19. Jh. blieb Bulgarien ein Teil des Osmanischen Reiches. Selbst der heutige Name der Burg – Kaleto – ist türkischen Ursprungs (abgeleitet von kale = türk. für „Festung“). Noch 1850 wurden bei einer der letzten Schlachten bulgarische Freiheitskämpfer von türkischen Truppen von Kaleto aus brutal niedergemetzelt.

Letztmalig Kriegsschauplatz war das Fort im Jahre 1885 im serbisch-bulgarischen Krieg. Die gesamte Region ist reich an prähistorischen und kulturhistorischen Schätzen und Rätseln, darunter über 12.000 Jahre alten Höhlenmalereien. Das größte Geheimnis ist ein rätselhaftes Tunnelsystem in der Nähe von Planinica.

Die unterirdischen Gänge sind ringsherum mit einem schwarzen Material ausgekleidet, das wesentlich härter als das umgebende Gestein ist. Eine Konstruktion von Menschenhand liegt nahe, doch weigern sich Wissenschaftler bislang, dies zu akzeptieren, da sie dem schwarzen Material das gleiche geologische Alter bescheinigen wie den umgebenden Felsblöcken.

Quelle: Matrix3000 Band 94