08/23/2016 07:12

Kosmisches Farbenspiel

Category: Wissen
By: Grazyna Fosar / Franz Bludorf

In der Polarregion zeigt sich die Aurora als atemberaubendes

Aurora borealis und Aurora australis – die Nicht-Zwillinge

Wenn Sie Autofahrer sind, dann wissen Sie, dass das Auto mit Sicherheitsgurten ausgerüstet ist. Alle Passagiere müssen während der Fahrt diese Sicherheitsgurte anlegen, um im Falle einer Kollision besser geschützt zu sein.

Nun sind wir alle Tag für Tag gemeinsam mit einem viel größeren Fahrzeug unterwegs – mit unserem Raumschiff Erde, das mit durchschnittlich knapp 30 Kilometern pro Sekunde durchs Weltall rast. Hört sich vielleicht nicht so beeindruckend an, aber es ist tatsächlich ein atemberaubendes Tempo.

Da stellt sich die Frage: Hat die Erde eigentlich auch Sicherheitsgurte? Die Antwort ist ja, und entdeckt wurden sie bereits 1958, ziemlich exakt zur selben Zeit, als auch in Autos die ersten Sicherheitsgurte eingebaut wurden.

Als Passagiere des Raumschiffs Erde schützen uns die Sicherheitsgurte übrigens nicht vor Kollisionen mit anderen Planeten (das geschieht ja auch glücklicherweise nicht allzu oft). Einen Kollisionsschutz stellen sie trotzdem dar. Sie schützen uns vor der gefährlichen Strahlung des Sonnenwindes, der Tag für Tag auf uns einprasselt und uns normalerweise alle umbringen müsste. Nach ihrem Entdecker James van Allen werden sie auch Van-Allen-Gürtel genannt.

Im Gegensatz zu Ihren Sicherheitsgurten im Auto bestehen die Van-Allen-Gürtel natürlich nicht aus Stoff. Die Erde hat ihre Sicherheitsgurte selber gewebt, und zwar mit Hilfe ihres Magnetfeldes. In Abb. 2 sehen wir, dass man sich die Erde sogar wie einen großen Magneten vorstellen kann. Die magnetischen Pole befinden sich übrigens nicht exakt an den geographischen Polen der Erde.

Wenn Sie sich eines Tages entscheiden sollten, eine Reise in die Antarktis zu machen, können Sie selbst feststellen, dass der geographische Pol der Erde in relativ großer Entfernung vom magnetischen Pol liegt. Ein „Need to know“, und noch dazu recht originell: In der Nähe des geographischen Südpols liegt der magnetische Nordpol. Entsprechend finden wir in der nördlichen Polarregion den magnetischen Südpol. Nach dem nächsten Polsprung wird das wieder anders sein.

Normalerweise werden die gefährlichen Auswirkungen des Sonnenwindes vom Erdmagnetfeld abgeblockt (mit Ausnahme der Pole, s. u.). Bei starken Sonnenstürmen allerdings kann der Sonnenwind das Erdmagnetfeld auf breiter Front durchdringen. Dann wird die Aurora borealis auch in unseren Breiten sichtbar.

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