10/26/2016 11:28

Spektakuläre Rettungsaktion - aus dem Weltraum!

Category: Wissen

Ein Rettungsflieger der Küstenwache hat den havarierten Trawler aus der Luft geortet.

Sie hätte einen prima Stoff für einen Hollywood-Katastrophenthriller abgegeben - eine spektakuläre Rettungsaktion, zum Teil unterstützt aus dem Weltraum, über die die US-Umweltbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) berichtet.

In der Beringsee vor der Küste Alaskas war im Juli 2016 der Fischtrawler Alaska Juris leck geschlagen. Das Schiff drohte zu sinken und 46 Seeleute in den Tod zu ziehen. Die Besatzung gab das Schiff auf und ging in die Boote.

Eine normale Rettungsmission wäre jedoch zu spät gekommen. Das Schiff war zu weit entfernt auf offener See.

Da schnappte ein NOAA-Wettersatellit die CQD-Notrufe des Trawlers auf und leitete die Daten an die Kontrollstation in Maryland - am anderen Ende des Kontinents - weiter. Dort alarmierte man sofort die Küstenwache. Die startete einen Rettungsflieger vom Stützpunkt Kodiak, Alaska, der sofort über das eigene Tracking- und Funknetzwerk der Küstenwache alle in Reichweite befindlichen Handelsschiffe anfunkte.

Inzwischen bestimmte der Umweltspezialist Josh Keaton von der NOAA-Außenstelle Juneau, Alaska, mit dem satellitengestützten Tracking-System VMS die genaue Position des Wracks. VMS wird normalerweise benutzt, um den Fischtrawlern auf die Finger zu schauen, ob sie z. B. die Fangquoten einhalten. In Verbindung mit GPS-Daten konnte man schnell berechnen, wohin die Alaska Juris weiter treiben würde. Diese Daten leitete Keaton an die zwei nächstgelegenen Trawler, Ocean Peace und Seafisher, weiter und aktualisierte sie aufgrund der einlaufenden Satellitensignale ständig. Die Positionsbestimmung erwies sich am Ende als bis auf 300 Meter genau.

Bald waren auch das deutsche Containerschiff Vienna Express und der Norweger Spar Canis zur Unglücksstelle unterwegs. Sie retteten 18 Seeleute und übergaben sie den zwei Fischtrawlern. Die restlichen 28 wurden direkt von der Ocean Peace an Bord genommen.

Die eigentlichen Helden der Geschichte aber sind Josh Keaton und seine Satelliten. Weltweit war erstmals eine Rettungsmission auf See mit Hilfe von Satellitentechnik gelungen.

Quelle: Matrix3000 Band 96

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