12/22/2016 09:15

US Navy nimmt futuristisches Tarnkappen-Kriegsschiff in Betrieb

Category: Politik

USS Zumwalt

Man fühlt sich ein wenig an das Philadelphia-Experiment erinnert. Damals, 1943, soll die US Navy im Geheimen daran gearbeitet haben, ein Kriegsschiff für das feindliche Radar unsichtbar zu machen. Die Geschichte ist bekannt - die Verwendung starker Magnetfelder soll zu einer Katastrophe geführt haben. Im Oktober 2016 hat die Navy auf dem Flottenstützpunkt North Locust Point in Baltimore nach 25 Jahren Entwicklungszeit ein neuartiges Tarnkappen-Kriegsschiff vom Stapel gelassen - die USS Zumwalt.

Benannt wurde sie nach Elmo R. Zumwalt, einem Admiral aus der Zeit des Vietnamkriegs und früheren Chief of Naval Operations. Der gewaltige Zerstörer ist unter Verwendung futuristischer Technologien gebaut worden, darunter ein neuartiges elektrisches Antriebssystem, eine wellenschneidende, nach innen geneigte Bordwand (tumblehome hull), ein Stealth-Design, und er hat natürlich auch die neuesten Waffensysteme und Kriegstechnologien an Bord.

Der Rumpf wurde unter Verwendung von Kohlefaser-Materialien gebaut und mit einem speziellen Tarnkappen-Anstrich versehen. Dies und die unkonventionelle Form mit vielen abgewinkelten Flächen dienen dazu, gegnerisches Radar zu täuschen und zu irritieren. Auf Radarschirmen sieht der 183 Meter große Koloss wie ein kleines Fischerboot aus.

Ist er damit nicht eine Gefahr für die zivile Schifffahrt? Auch die navigiert ja mit Radarsystemen. Wenn ein Frachter ein Fischerboot vor sich erwartet und dann plötzlich ein gewaltiges Kriegsschiff auf sich zukommen sieht, kann dies schnell zu gefährlichen Situationen kommen. Aus diesem Grund hat die USS Zumwalt mehrere große Radarreflektoren an Bord, die in Friedenszeiten aktiviert werden können und dann auf Radarschirmen die korrekte Größe des Schiffes anzeigen.

Die USS Zumwalt ist wesentlich größer als herkömmliche Zerstörer und verfügt sogar über ein kleines Flugdeck, auf dem Senkrechtstarter und unbemannte Drohnen starten und landen können. Das Schiff hat als erstes der amerikanischen Flotte ein integriertes Energiesystem, das 78 Megawatt Leistung erzeugen kann - genug auch für zukünftige elektronische Waffensysteme.

Wer sich angesichts derart futuristischer Technologien an Science- Fiction-Filme erinnert fühlt, liegt nicht so ganz falsch. Science Fiction, die Realität geworden ist. Kleine Pointe: Auch wenn das Schiff nicht „Enterprise“ genannt wurde - der kommandierende Offizier der USS Zumwalt heißt allen Ernstes Captain James A. Kirk! Auf den Stapellauf folgte allerdings erst einmal eine Panne, gegen die auch Captain Kirk machtlos war. Beim Versuch, den Panama-Kanal zu durchqueren, blieb die „Zumwalt“ mit Maschinenschaden liegen. Vielleicht hätte man ja vorher die Panama-Papers lesen sollen?

Quelle: Matrix3000 Band 97