12/22/2016 12:24

Fußball und schwarze Magie?

Category: Mystery

Dr. Mensah Otabil

Samuel Inkoom. Bild: Stanislav Vedmid / Wikipedia

Fußballprofis werden ja so manche schmutzige Tricks nachgesagt, um unliebsame Konkurrenten auszuschalten. Doch eine Nachricht, die die Welt aus Ghana erreichte, sprengt doch den Rahmen des Üblichen.

Samuel Inkoom ist Verteidiger in der Nationalmannschaft Ghanas, für die er bereits 46 Länderspieleinsätze absolvierte, und steht derzeit als Profi beim türkischen Erstligaverein Antalyaspor unter Vertrag. Doch kam seine Profikarriere mit ehrlichen Mitteln zustande?

Nein, sagt Dr. Mensah Otabil, ein ghanaischer Theologe und Kanzler der ersten Privatuniversität Ghanas. Inkoom nutze schwarze Magie, so Dr. Otabil, mit dem Ziel, die Karriere anderer Spieler zu zerstören. Auf den ersten Blick eine geradezu absurde Behauptung, hätte sie nicht ein Mann aufgestellt, der in seinem Land hohes Ansehen besitzt. Ein christlicher Pfarrer, der in der Rangliste der einflussreichsten Persönlichkeiten Ghanas auf Platz 24 geführt wird. Neben seiner priesterlichen Tätigkeit ist er auch als Redner aktiv, auch in den Massenmedien, und ist Gründer der International Central Gospel Church, deren Hauptquartier seinen Sitz in Ghanas Hauptstadt Accra hat.

In einem Rundfunkinterview appellierte Otabil eindringlich an die Verantwortlichen, Inkoom niemals wieder für die Nationalmannschaft aufzustellen. „Er benutzt unsaubere Mächte, mit deren Hilfe er die Karrieren anderer Fußballspieler gezielt zerstört. Wenn ich alles sagen würde, was ich weiß, würdet ihr nicht glauben, dass das möglich ist.“ Würde er weiter für Ghanas Nationalteam aktiv sein, wäre dies für die „Black Stars“ eine Katastrophe. Man würde sich wohl kaum jemals wieder für eine Weltmeisterschaft qualifizieren (Ghana nahm u. a. an der Fußball- WM 2014 teil, wo man dem späteren Weltmeister Deutschland ein 2:2 abrang).

Man würde erwarten, dass die absurd anmutenden Anschuldigungen bei den Fußball-Verantwortlichen nicht auf Gehör stoßen werden, zumal Dr. Otabil keinerlei Beweise vorlegt. In der Türkei, wo Inkoom unter Vertrag steht, dürfte es wohl auch keine Konsequenzen für den Spieler geben. In Ghana jedoch, wie auch in anderen Ländern Westafrikas, ist der Glaube an Schwarze Magie und Hexerei immer noch weit verbreitet, und angesichts des hohen Ansehens, das Dr. Otabil in Ghana genießt, droht Samuel Inkoom ein Karriere-Knick bevorzustehen.

Mehr zu den „Hexen Westafrilas“ finden Sie in Fosar/Bludorf: Der Denver-Plan. Peiting 2014.

Quelle: Matrix3000 Band 97