02/18/2017 08:17

Nordkoreanischer Supervulkan bedroht Nuklearanlagen

Category: Politik

Mount Paektu und der „Himmelssee“. Bild: Shizhao / Bdpmax / Wikipedia

In der letzten Matrix3000-Ausgabe konnten Sie lesen, wie die Welt, insbesondere Europa, zunehmend durch Ausbrüche gewaltiger Supervulkane bedroht ist.

Nun ist ein weiterer Kandidat hinzugekommen. Mount Paektu ist mit rund 2750 Metern der höchste Gipfel Nordkoreas, an der Grenze zu China gelegen. Es ist ein Vulkan, in dessen Krater ein See entstanden ist, dem die Bewohner den Namen „Ch’ŏnji“ („Himmelssee“) gegeben haben.

Man soll sich von diesem See und seinem typisch asiatisch-poetischen Namen nicht täuschen lassen. Wissenschaftler wissen ganz genau - Mount Paektu ist ein aktiver Vulkan, und ein ziemlich gefährlicher noch dazu. Im Jahre 946 n. Chr. ist er letztmals ausgebrochen und erzeugte dabei die heute mit Wasser gefüllte Caldera mit einem Durchmesser von fünf Kilometern. Historischen Dokumenten zufolge soll der Ascheregen bis ins über 1000 Kilometer entfernte Japan gereicht haben.

Jetzt könnte nach Ansicht von Vulkanologen ein neuer Ausbruch drohen, und in unserer heutigen Zeit bedeutet dies eine unabsehbare Gefahr. Ganz in der Nähe des Mount Paektu befindet sich nämlich eine nordkoreanische Nuklearforschungsanlage. Ein Ausbruch könnte also ein Ereignis in der Größenordnung von Fukushima sein - wenn nicht mehr.

Bislang galt der Vulkan als schwefelarm. Neue Studien jedoch zeigen, dass der Schwefelanteil in seinen Gasen weitaus höher ist. Es droht daher auch die Freisetzung tödlicher Giftgase.

Die Bedrohung scheint ernster zu sein, als es die weitgehende Nichtbeachtung in der Presse suggeriert: Nordkorea - normalerweise eines der am meisten abgeschotteten Länder der Welt - hat seine strikte Geheimhaltungspolitik in diesem Bereich gelockert und Wissenschaftler aus den USA und Großbritannien eingeladen, an den Untersuchungen des Vulkans teilzunehmen.

Quelle: Matrix3000 Band 98

 

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