02/18/2017 08:27

US Air Force testet „Schwarm-Intelligenz“

Category: Politik

Das Pentagon hat Videos veröffentlicht, in denen erste erfolgreiche Versuche demonstriert werden, Mini-Drohnen mit künstlicher Schwarm-Intelligenz einzusetzen. Die Filme zeigen u. a., wie die kleinen Knirpse in großer Zahl von einer F/A-18 Super Hornet im Flug ausgesetzt werden. Die Mini-Fluggeräte sind, wie bereits erwähnt, mit Software ausgerüstet, die eine Schwarm-Intelligenz simuliert, wie sie in der Natur etwa bei Insekten, Fischen oder Vögeln vorkommt. Nach Auskunft des Pentagon sind sie in der Lage, untereinander zu kommunizieren und dadurch

 

  • kollektiv Entscheidungen zu treffen
  • adaptiven Formationsflug zu organisieren
  • sich in gewissem Rahmen selbst während des Fluges zu reparieren

Die Fachleute betonen, die kleinen Kerle seien keinesfalls vorprogrammierte synchronisierte Individuen, sondern handelten ausschließlich wie ein kollektiver Organismus, mit einem gemeinsamen, auf alle Individuen verteilten Gehirn, das die Entscheidungen trifft und das Verhalten der Schwarm-Mitglieder entsprechend anpasst. Genau so, wie es auch bei Tierschwärmen in der Natur der Fall ist. Dementsprechend hat der Drohnenschwarm auch keinen Anführer, sondern jeder kommuniziert gleichberechtigt mit jedem. Der Schwarm kann sich einem hinzukommenden neuen Individuum sofort anpassen und es in die Gruppe integrieren.

Für welche Anwendungen diese Technologie gedacht ist, ist noch nicht restlos klar. Denkbar ist eine äußerst flexible und adaptive Überwachung, bei der die Drohnen ausschwärmen und an bestimmten Stellen Posten beziehen (etwa auf Stromleitungsdrähten), um ein bestimmtes Ziel zu beobachten. Es gibt aber auch schon Prototypen - etwa die Bugbot-Technologie der Air Force, die Menschen angreifen können, etwa um sie wie eine Mücke zu stechen und z. B. Betäubungsmittel zu injizieren. Das Pentagon spricht aber auch ganz offen von der Möglichkeit, „Targets“ zu töten.

Was Kritikern besondere Sorgen bereitet, ist die Frage, wer über derartige Tötungsaktionen den Befehl führt. Der Sinn eines Drohnenschwarms ist es gerade, dass er autonom und von der künstlichen Intelligenz gesteuert agiert, nicht von einem Drohnen-Leitstand aus, an dem ein Pilot sitzt. Entscheidet die Schwarm- Intelligenz dann auch selbsttätig (z. B. auf der Basis ausgewerteter Kamera-Aufnahmen), wer getötet werden soll? Experten sind sich noch nicht einig, ob das heute schon möglich wäre. Eines Tages jedoch wird es möglich sein, und es wird zum Glück zumindest noch darüber diskutiert, ob dann solche automatischen Tötungsmaschinen auch tatsächlich eingesetzt werden sollen.

Fotos: Pentagon

Quelle: Matrix3000 Band 98

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