02/18/2017 08:30

Wurde hier Trumps Wahlsieg „gedeichselt“?

Category: Politik

Hier machten russische Diplomaten „Urlaub“ und beschäftigten sich wohl auch noch mit allerlei anderen netten Dingen.

Putins Agentennest ausgehoben

Die Empörung war groß. Russische Hacker sollen in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingegriffen haben. Die bloße Vorstellung, dass so etwas möglich sein konnte, war natürlich erschreckend. Doch die Naivität der Empörung auch! Waren die Amerikaner wirklich über die beiderseitigen Spionageaktivitäten der Supermächte so ahnungslos?

Noch kurz vor dem Ende seiner Amtszeit ließ Barack Obama im Zuge seiner Vergeltungsmaßnahmen - Ausweisung von 35 Diplomaten - auch ein russisches Agentennest ausheben, das im Staat Maryland, etwa 90 Autominuten von Washington, bereits seit über 40 Jahren existierte. Und US-Geheimdienste wussten davon.

Es handelte sich nicht um irgendeine konspirative Wohnung in einem schmuddeligen Hinterhof, sondern um ein mondänes Anwesen. Das Grundstück ist so groß wie 25 Fußballfelder. Darauf befinden sich eine Villa mit zwölf Wohnungen sowie Dutzende kleinerer Hütten, dazu Tennisplätze und ein Anleger für Segelboote.

Das Areal wurde bereits 1972 von der Sowjetunion gekauft, die es russischen Diplomaten für „Urlaub und freie Tage“ zur Verfügung stellen wollte. Seit dieser Zeit wohnen dort praktisch ständig bis zu 40 russische Familien.

Anwohner schienen misstrauischer zu sein als die US-Regierung. Sie fürchteten sich davor, mitten im Kalten Krieg direkt neben einer Wohnsiedlung des „Feindes“ zu wohnen und keine Ahnung zu haben, was da eigentlich vor sich ging. Doch die russischen Hausherren luden ihre Nachbarn zu einigen Gratisparties bei Kaviar und Wodka ein, und besänftigten so deren Misstrauen.

Es dauerte bis in die achtziger Jahre, als der Kalte Krieg fast zu Ende war, dass langsam klar wurde - hinter den hohen Zäunen der Anlage, bewacht von Sicherheitskameras, wurde nicht nur „Urlaub gemacht“.

Bis heute hat die russische Seite keine Angaben gemacht, zu welchen Zwecken der Gebäudekomplex diente. Die ganze Sache war Top Secret. Doch dass Barack Obama jetzt im Zuge der Ausweisung mehrerer russischer Diplomaten auch dieses Areal jetzt schließen ließ, deutet darauf hin, dass die US-Geheimdienste über den eigentlichen Zweck Bescheid wussten.

Die Räumung geschah nicht durch das FBI oder andere Polizeibehörden, sondern durch zivile Beamte, die sich als „Angehörige des Außenministeriums“ auswiesen. Journalisten, die die Aktion beobachten und filmen wollten, wurden fortgeschickt.

Barack Obama selbst stellte einen Zusammenhang mit der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton her, als er Journalisten erklärte, es habe sich bei der Aktion um „die notwendige und angemessene Antwort“ auf Russlands Versuche gehandelt, „den Interessen der USA unter Verletzung etablierter internationaler Verhaltensregeln zu schaden.“ Die Regierung in Moskau sei mehrfach gewarnt worden.

Nun ist es kaum vorstellbar, dass der amtierende US-Präsident so kindisch wäre, als Vergeltungsmaßnahme für einen Cyberangriff auf die demokratische Präsidentschaftskandidatin den Russen zur Strafe ihr „Urlaubsparadies“ wegzunehmen. Ohne ihren „Alltours“ sagen die sowieso nichts... Da hätte er ja auch gleich in ganz Maryland den Wodka-Verkauf verbieten können.

Die ganze Aktion, die ebenso geheim ablief wie alles, was sich zuvor in der russischen „Feriensiedlung“ abspielte, zeigt, dass es hier um Handfesteres ging und dass es Beweismaterial zu sichern galt, das niemand, zumindest kein amerikanischer Journalist, sehen sollte.

Es sieht also alles danach aus, dass das Bild oben den Ort zeigt, wo Donald Trumps Wahlsieg geplant, vorbereitet und „gedeichselt“ wurde. Mit so etwas hat Putin übrigens Erfahrung, denn er hatte den besten Lehrmeister. Putins Wahlsieg bei den Präsidentenwahlen 2001 hatte der (inzwischen verstorbene) russische Psychologe Igor Smirnow „gedeichselt“, in Insiderkreisen auch „Dr. Strangelove“ genannt. Smirnow arbeitete damals noch mit subliminalen Botschaften in Fernsehprogrammen, in denen unhörbar zur Wahl Putins aufgerufen wurde. Soziale Medien und Wikileaks waren ja seinerzeit noch Zukunftsmusik. Hat der Kreml- Chef jetzt unter Beweis gestellt, was er in Punkto „psychologische Operationen“ vom Meister gelernt hatte?

Quelle: Matrix3000 Band 98

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