02/23/2017 09:21

Wie Steinzeit-Diät wirklich aussah

Category: Wissen

Paläo-Diät ist derzeit trendy. Doch die meisten Autoren der populären Steinzeit-Kochbücher dürften ein paar Seiten übersehen haben. Unsere Vorfahren nutzten ein wesentlich breiteres Nahrungsangebot als wir uns vorgestellt hatten. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie von Yoel Melamed and Naama Goren-Inbar von der Bar-Ilan University in Ramat Gan, Israel. Sie untersuchten die menschlichen Hinterlassenschaften an einer 780.000 Jahre alten Fundstelle. Die Wissenschaftler betonen, der Fleischanteil in der Ernährung der Urzeitmenschen sei bislang maßlos überschätzt worden. Der Grund ist, dass Tierknochen eher über Jahrhunderttausende erhalten bleiben als Pflanzenreste, die dadurch leicht übersehen werden können.

Zum Nahrungsangebot unserer Vorfahren gehörten Dinge, die wir heute nicht mehr als Nahrung ansehen würden, z. B. geröstete Eicheln oder Seerosensamen. Andere, wie Wasserkastanien oder Oliven, werden auch heute noch gegessen. Ein breiteres Geschmacksempfinden ermöglichte es den Jägern und Sammlern, auch dann ihren Hunger zu stillen, wenn eine bestimmte Pflanzenart nicht zur Verfügung stand. Durch saisonal variierende Ernährung konnten Menschen es vermeiden, zu weiträumig in der Region umherziehen zu müssen.

Dennoch waren die Menschen der Vorzeit keine reinen Vegetarier. Fleisch und Fisch gehörten ebenso auf ihren Speisezettel. Was sie als Delikatessen ansahen, würde man heute wohl eher in die Kategorie „ungewöhnliche Wahl“ einordnen - z. B. Elefantengehirn. Überwiegend verzehrten sie jedoch pflanzliche Nahrung.

Quelle: Matrix3000 Band 98

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