04/20/2017 11:04

Mysteriöse Strahlungswolken bedrohen Flugreisende

Category: Gesundheit

Dass Flugreisende einem erhöhten Strahlungsrisiko, etwa durch kosmische Strahlung, ausgesetzt sind, ist seit Langem bekannt. Auf einem Flug von London nach Tokio erhält ein Passagier die gleiche Strahlendosis wie bei einer Röntgenaufnahme.

Neueste Untersuchungen im Rahmen des NASA-finanzierten Projekts  Automated Radiation Measurements for Aerospace Safety (ARMAS) stießen allerdings auf bislang unbekannte mysteriöse „Wolken“ radioaktiver Strahlung, in denen die Strahlenbelastung mehr als doppelt so hoch wie normal ist. Es sollen auf einzelnen Flügen beim Durchqueren solcher „Wolken“ sogar noch wesentlich höhere Belastungen aufgetreten sein. Doch diese Resultate blieben unter Verschluss, da es für diese Daten möglicherweise „alternative Erklärungen“ geben könnte. Eigentlich ist der Begriff „radioaktiv“ unzweideutig - es kann also allenfalls um „alternative Fakten“ gehen.

Den Forschern zufolge kommen die klassischen Verursacher der atmosphärischen Radioaktivität - kosmische Strahlung und Sonnenwind - bei den „Strahlungswolken“ nicht in Betracht. Eher wird ein Zusammenhang mit geomagnetischen Stürmen vermutet. Hochenergetische Elektronen aus dem Sonnenwind, die im Van-Allen-Gürtel gefangen sind, könnten durch magnetische Anomalien freigesetzt werden und in die obere Atmosphäre gelangen.. Durch Kollision mit Stickstoff- und Sauerstoffatomen könnten sie dort sekundäre und tertiäre Gammastrahlung erzeugen.

Doch all dies sind bislang nur Vermutungen. Insbesondere für Flugpersonal ist diese zusätzliche Strahlenbelastung eine ernsthafte Gesundheitsgefahr. Die Forscher arbeiten daran, genauere Daten über die Wolken zu erheben, damit man sie vielleicht in Zukunft umfliegen oder auf geringere Flughöhen ausweichen kann.

Quelle: Space Weather, DOI: 10.1002/2016SW00141

Quelle: Matrix3000 Band 99

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