08/24/2017 13:37

Transhumanistische Ethik

Category: Wissen

Die Bevölkerungsexplosion auf der Erde bedroht unsere irdischen Ressourcen. Darüber besteht weitgehend Einigkeit. Wie man dem entgegenwirken kann, wird jedoch meist nur unter vorgehaltener Hand diskutiert, da hier Fragen der Moral und Ethik ins Spiel kommen.

Das britische Magazin New Scientist warf kürzlich die Frage auf: Sind politische Machthaber berechtigt, Menschen notfalls auch zwangsweise an der Fortpflanzung zu hindern, um eine globale Katastrophe abzuwenden?

Unter Umständen ja, sagt Travis Reader, Bioethiker an der Johns Hopkins Universität Baltimore. Er tritt auch der meist von Populisten geäußerten Ansicht entgegen, es gehe darum, Maßnahmen in den armen Ländern der dritten Welt einzuleiten, die ja meist hohe Geburtenraten aufweisen. Zwangsmaßnahmen gegen Menschen, die keine weißen Europäer sind, wären zwar der Bevölkerung Europas und Nordamerikasleicht zu vermitteln. Noch dazu, wo  im Laufe der Flüchtlingskrise in Europa entsprechende Feindbilder und Revierverhalten geschürt wurden.

Nur - so Travis Reader - eine Bevölkerungsreduktion z. B. in Afrika würde gar nicht viel nützen! „Wenn der Klimawandel fortschreitet, richtet ein einziges amerikanisches Kind mehr Schaden an als eine zehnköpfige Familie in Schwarzafrika.“, sagt er. Anders ausgedrückt: Die wahre Bedrohung irdischer Ressourcen sind nicht die Bevölkerungsmassen Afrikas oder Südamerikas, sondern das exzessive Konsumverhalten und der Energieverbrauch wohlhabender Europäer und Nordamerikaner.

Rieder fordert dazu auf, das Thema Bevölkerungsreduktion zu enttabuisieren. Seine Aussagen sind provokant: „Es ist die einzige Variable, über die zu diskutieren wir nicht vorbereitet sind, aber wenn wir die Fruchtbarkeit reduzieren könnten, hätten wir einen machtvollen Einfluss auf klimaschädliche Emissionen.“

Wenn es allerdings um uns selbst geht, sind Widerstände aus der Bevölkerung vorprogrammiert. Also wird man es unauffällig tun. Nicht durch ein Virus, wie in Dan Browns „Inferno“ - viel zu aufsehenerregend -, sondern durch Lebensmittelzusätze... (siehe unseren Artikel „Neue Methode zur Bevölkerungsreduktion“).

Doch auch andere Maßnahmen werden diskutiert, und sie sind nicht weniger erschreckend: Warum anstelle der Geburtenrate nicht die Lebensdauer modifizieren? Die Medizin gibt jährlich Milliarden an Forschungsgeldern aus, um unser Leben zu verlängern. Doch diese zusätzlichen Lebensjahre machen die Bedingungen für die Jüngeren schwieriger. Wäre es nicht „sinnvoller“, Menschen früher sterben zu lassen und die Forschungsgelder anderweitig einzusetzen? Man glaubt es kaum, dass das Moralbewusstsein der Menschheit schon derart pervertiert ist Wird man also schon bald ältere Patienten in Kliniken nicht mehr angemessen behandeln - „zum Wohle der Allgemeinheit“?

Tendenzen sind auch hier bereits erkennbar.

Quelle: Matrix3000 Band 101

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