10/26/2017 07:52

Unfruchtbar durch Haushaltschemie

Category: Gesundheit

In der letzten Matrix3000-Ausgabe berichteten wir unter der Überschrift „Homo sapiens im 21. Jahrhundert“ unter anderem über wissenschaftliche Forschungen, über Nahrungszusätze die Fruchtbarkeit zu hemmen. Alles spricht dafür, dass diese Zusätze auch beim Menschen eingesetzt werden könnten, zur Eindämmung der Bevölkerungsexplosion.

Doch das ist nicht der einzige Weg. Wissenschaftler der Harvard University‘s School of Public Health haben herausgefunden, dass sogenannte flammhemmende Chemikalien, die im modernen Haushalt allgegenwärtig sind, ebenfalls zu einer Unfruchtbarkeit bei Frauen führen können. Die Ergebnisse ihrer Studie wurden im Fachmagazin Environmental Health Perspectives publiziert.

Wie der Name schon sagt, geht es bei den genannten Chemikalien um Sicherheit, genauer: darum, Haushaltsgegenstände schwer entflammbar zu machen. Man findet diese Substanzen vor allem in Möbeln, auch Polstermöbeln, auf denen wir sitzen, bis hin zu Wellness-Artikeln, z. B. Yoga-Matten.

Besonders bedenklich: Die Substanzen finden sich auch in Baby-Produkten. Die schädlichen Chemikalien breiten sich über dle Luft und den Hausstaub in der Wohnung aus und können über die Atemluft in den Körper gelangen.

Untersuchungen haben ergeben, dass bei 80 % der Frauen, die in den USA wegen Unfruchtbarkeit einen Arzt aufsuchten, im Urin hohe Konzentrationen dieser Substanzen gefunden wurden. Diese Studie liefert also noch keinen direkten Beweis der fruchtbarkeitshemmenden WIrkung, aber ein sehr starkes Indiz.

Was die Sache so tückisch macht, ist die Tatsache, dass man sich diesen Chemikalien kaum entziehen kann. Während man bei der Ernährung durch bewusste Auswahl der Lebensmittel (noch) einge gewisse Kontrollmöglichkeit hat, sind sich die meisten Menschen der Tatsache gar nicht bewusst, dass ihre Möbel schädliche Substanzen ausdünsten. Außerdem dürfte man beim Möbelhändler darüber wohl auch kaum Auskunft erhalten können.

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass durch nicht ausreichende Lüftung der Wohnräume der schädliche Effekt der flammhemmenden Chemikalien noch verstärkt werden kann. Also - um die Schadstoffe in den Räumen herauszulassen, muss man die Schadstoffe aus der Außenwelt hereinlassen...

Weitere Maßnahmen, um die Exposition gegenüber solchen Chemikalien zu reduzieren, stehen dagegen nicht mehr in der Macht des einzelnen Bürgers. Hierfür sind zunächst weitere Forschungen nötig, und dann müsste gegebenenfalls der Gesetzgeber aktiv werden, um die Industrie zu zwingen, von der Verwendung solcher Substanzen Abstand zu nehmen.

Es sei denn, der Effekt wäre beabsichtigt...

Quelle: Matrix3000 Band 102

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