12/21/2017 08:30

Erste „Smart City“ in China

Category: Politik

Im Verlauf des gesamten letzten Jahres hat der chinesische Internet-Handelsriese Alibaba Daten aus sozialen Medien, Videoplattformen und Verkehrsinformationen rund um die chinesische Stadt Hangzhou in großem Stil gesammelt. Die Daten werden für ein Projekt namens „City Brain“ („Gehirn der Stadt“) benötigt, um mit Hilfe künstlicher Intelligenz das Leben in der Stadt zu „verbessern“, wie es heißt. Kurz gesagt: Man will auch „Hangzhou“ zu einem besseren Ort machen.

So soll die KI zur Satelliten- und Videoüberwachung der Verkehrsströme in der Millionenmetropole herangezogen werden, wodurch Staus reduziert werden sollen. Die Entwicklung von Verkehrsströmen kann zehn Minuten im Voraus mit 90prozentiger Genauigkeit vorhergesagt und darauf reagiert werden. Bei Bedarf werden Verkehrsteilnehmern Textnachrichten aufs Display im Armaturenbrett geschickt, in denen Ausweichrouten vorgeschlagen werden. Autounfälle werden mit Hilfe von Überwachungskameras automatisch erkannt, so dass Polizei und Rettungskräfte schneller reagieren können. Auch wer falsch parkt, wird von der KI in Realzeit geschnappt.

Jeder Gesetzesbrecher kann kreuz und quer durch die Stadt verfolgt werden, bevor ihn letztendlich die automatisch benachrichtigte Polizei aufgreift. Nichts und niemand im öffentlichen Leben bleibt unbeobachtet. Für uns Europäer eine Horrorvorstellung.

Xien-Shang Hua, Leiter des KI-Projekts bei Alibaba, betont: „In China legen die Menschen nicht so großen Wert auf Privatsphäre, was uns erlaubt, schneller voranzukommen.“ Das alles gesteuert, überwacht und angeordnet von der unsichtbaren KI im Hintergrund.

Endlich wird klar, um wen es sich bei Ali Babas vierzig Räubern handelt!

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