12/21/2017 11:29

Raum-Zeit-Löcher in der Tiefe

Category: RaumZeit
By: Romina Menzel

Sima Humboldt, Venezuela

Nicht nur die Zeugnisse menschlicher Baukunst sind im Laufe von Jahrhunderten oder Jahrtausenden der Erosion unterworfen. Auch die Erdoberfläche selbst wird – in viel größeren Zeiträumen – durch Wind, Wasser, Vulkanismus und Sonneneinstrahlung geformt. Dabei können zuweilen sehr bizarre Formationen entstehen, wie man sie etwa vom Grand Canyon oder dem Monument Valley in Arizona in den USA kennt.

Mancherorts schafft die Natur auf diese Weise sogar Zeitkapseln. Vor allem in unzugänglichen Regionen Venezuelas gibt es Tafelberge – sogenannte Tepuis –, die so steil sind, dass nichts und niemand (außer dem Helikopter) sie erklimmen kann. Sie bilden vergessene Biotope der Evolution, in denen sich bis heute prähistorische Tier- und Pflanzenarten erhalten konnten, da sie vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Noch geheimnisvoller ist es, wenn die Erdoberfläche in der anderen Richtung, also nach unten, geformt wurde. Auf unserem Planeten gibt es tatsächlich Stellen, an denen sich Raum-Zeit-Löcher gebildet haben. Kreisrunde, senkrecht über Hunderte von Metern in die Tiefe stürzende Löcher. Auf ihrem Grund ist die Zeit stehen geblieben. Die Vegetation in diesen Löchern hat nichts mit der an der benachbarten Erdoberfläche zu tun. Vergessene Welten in der Tiefe.

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