02/22/2018 12:33

Sklavenmarkt Libyen

Category: Politik

Rassistische Vorurteile gegen Schwarzafrikaner in weiten Teilen der Bevölkerung – wohl der einzige Punkt, in dem sich europäische Rechtspopulisten und arabische Muslime einig sind – brachte die Staaten der EU aus Angst um Wählerstimmen dazu, Lösungen für das Flüchtlingsproblem zu finden, die sämtlichen Menschenrechten hohnsprechen. Nachdem man sich der syrischen Kriegsflüchtlinge mit Hilfe von Erdogans Türkei entledigt hatte, unterstützte man die libysche Küstenwache in ihren Bemühungen, Bootsflüchtlinge aus Westafrika nach Libyen zurückzuführen, um sie am Erreichen des europäischen Kontinents zu hindern. Libyen als „sicheres Herkunftsland“ zu bezeichnen, ist nach Erkenntnissen von Journalisten und NGOs blanker Zynismus. In dem nordafrikanischen Land ist nach dem vom Westen vom Zaun gebrochenen „arabischen Frühling“ und der Einsetzung einer weitgehend machtlosen Marionettenregierung ein gesetzloser Raum entstanden, in dem Sklavenhandel und Lösegelderpressung an der Tagesordnung sind. Europa und die USA wissen Bescheid – und lassen es geschehen. Man beschränkt sich momentan darauf, die schockierenden Berichte aus Libyen zu Abschreckungszwecken in den westafrikanischen Heimatländern der Flüchtlinge zu instrumentalisieren.

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